Eingang und Gelände des Schwazer Silberbergwerks in Tirol

Das Schwazer Silberbergwerk als Schlechtwetterprogramm

Tief hinein in Europas einstige größte Silberstadt

Julia & Madleine·5 Min Lesezeit

Rund 20 Autominuten von Pertisau entfernt liegt Schwaz — im 16. Jahrhundert die größte Bergbaumetropole Europas. Mit der Grubenbahn geht’s 800 Meter tief in den Berg, dorthin, wo einst rund 85 % des Weltsilbers abgebaut wurde.

Perfekt bei Regenwetter: Die ganze Führung findet im Berg statt — da seid ihr vor Regen komplett geschützt.

Besucher in der Grubenbahn des Schwazer Silberbergwerks
Die Führung

800 Meter tief mit der Grubenbahn

Die Führung bringt euch mit der echten Grubenbahn — Platz für rund 40 Personen pro Zug — hinein in den Berg, bis auf 800 Meter Tiefe. Auf dem 90-minütigen Rundgang erfahrt ihr, wie hier im Mittelalter nach Silber und Kupfer gegraben wurde. Im Berg herrschen das ganze Jahr über konstante 12 Grad, also zieht euch warm an und packt festes Schuhwerk ein.

Adresse: Alte Landstraße 3a, 6130 Schwaz

Dauer
90 Min.
Temperatur
konstant 12 °C
Tiefe
800 m
Preis
ab 15 € (Kinder)

Gut zu wissen: Gruppen ab 20 Personen sollten online oder telefonisch vorab reservieren — ab 40 Personen geht’s mit mehreren Grubenbahnen im Abstand von 10 bis 20 Minuten.

Historischer Stollen im Schwazer Silberbergwerk
Die Geschichte

Als Schwaz 85 % des Weltsilbers lieferte

Der Silberboom begann um 1420 am Falkenstein, und im Jahr 1523 produzierten die Schwazer Minen rund 15,7 Tonnen Feinsilber — schätzungsweise 85 % des damaligen Weltsilbers. Um 1500 hatte Schwaz über 20.000 Einwohner und war damit nach Wien die zweitgrößte Stadt im Herrschaftsgebiet der Habsburger. Die Augsburger Fugger-Familie finanzierte mit dem Schwazer Silber und Kupfer sogar Kaiser Maximilian I. — und halfen 1519, mit Bestechungsgeldern von rund 850.000 Gulden, Karl V. zum deutschen König zu machen.

Silberproduktion 1523
15,7 Tonnen
Weltanteil
ca. 85 %
Einwohner um 1500
über 20.000

Fun Fact: 1486 wurde in Hall in Tirol — damals eigens nahe Schwaz errichtet — der allererste „Taler" geprägt. Der Name wurde später zum Vorbild für den Dollar.

Die Altstadt von Schwaz mit der Pfarrkirche und der Burg Freundsberg
Schwazer Altstadt

Fuggerhaus, Pfarrkirche & Burg Freundsberg

Nach dem Bergwerk lohnt sich ein Spaziergang durch die Altstadt: Das Fuggerhaus aus den 1520er-Jahren war einst Verwaltungssitz der Augsburger Fugger (nur von außen zu besichtigen). Die spätgotische Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt mit ihrem Kupferdach war früher in vier Schiffe geteilt — eines davon allein für Bergbaufamilien. Hoch über der Stadt thront die Burg Freundsberg mit Bergbau- und Heimatmuseum und weitem Blick übers Inntal.

Tipp: Bergwerk und Altstadt lassen sich locker an einem Tag kombinieren — die Burg Freundsberg ist die perfekte Aussicht zum Abschluss.

Gut zu wissen

Anreise
Von Pertisau aus seid ihr in rund 20 Autominuten beim Silberbergwerk — von den drei Städtetrip-Zielen ab dem Achensee ist Schwaz am nächsten dran.
Preise & Öffnungszeiten
Erwachsene 23 €, Kinder (5–14) 15 €, Familie (2 Erwachsene + 1 Kind) 52 € (Stand 2026). Das Büro ist täglich 9 bis 16 Uhr erreichbar — genaue Tourzeiten am besten direkt vorab erfragen.

Häufig gestellte Fragen

Wie weit ist es vom Achensee zum Schwazer Silberbergwerk?+

Rund 20 Autominuten ab Pertisau — damit ist Schwaz von den drei Städtetrip-Zielen am nächsten dran.

Wie lange dauert die Führung im Silberbergwerk?+

Die geführte Tour dauert 90 Minuten, inklusive Fahrt mit der Grubenbahn bis auf 800 Meter Tiefe, bei konstanten 12 Grad.

Was kostet der Eintritt ins Silberbergwerk?+

Erwachsene zahlen 23 €, Kinder (5–14 Jahre) 15 €, eine Familie (2 Erwachsene + 1 Kind) 52 € (Stand 2026).

Ist das Silberbergwerk auch bei Regenwetter eine gute Idee?+

Ja, sogar ideal: Die komplette Führung findet im Berg statt, ihr bleibt also die ganze Zeit trocken, egal wie das Wetter draußen ist.

„Tief unter der Erde steckt die Geschichte, die Tirol einst reich gemacht hat — ein Ausflug ins Silberbergwerk ist wie eine Zeitreise, 800 Meter unter Tag."

— eure Julia & Madleine